Komik und so
Komik und so

The Story ... so far

Die 70er …

 

Erste Schwungübungen auf der Mustertapete  und Schreiberfahrung in Poesiealben. Lieblingsspruch:

 

„Wenn die Flüsse aufwärts fließen

Und die Hasen Jäger schießen

Und die Mäuse Katzen fressen

Dan hab‘ ich zu viel Hasch gegessen!“

 

Initiale Ausprägung des chronischen Besserwissertums in Form von Beschwerdebriefen an die ZDF-Hitparade, die „Hamburgerstr.“ in den Autogrammadressen immer zusammenschrieb.

 

Binge-Watching von Catweazle, Rauchende Colts und Heidi. Fanatisches Sammeln von Abba-Postern und akribisches Abheften von alten Bienensprichwörtern („Wer morgens früh aufsteht, hat tagsüber mehr Zeit zum Schlafen“).

 

 

Die 80er …

 

Als Ausgleich zur eher unspektakulären Korrespondenz in der Schule (der aufregendste Liebesbrief, den ich je in den Händen hielt, begann mit „Bitte an Tanja weiterleiten“), schrieb ich viele Postkarten an Mal Sondocks Hitparade und gewann sogar den Jackpot. Hernach verfasste ich diverse glühende Fan-Briefe an Bela B. und Robert Smith, las gebannt die Bronte-Schwestern und die Gebrauchsanweisung „New Wave Haarlack extra strong“ von Wella. Ende der 80er zufällig Abi-Klausuren mitgeschrieben und bestanden.

 

Die 90er

 

Finanzierung des Studiums der Anglistik, Publizistik und Germanistik durch Gameshow-Hopping. Jobben bei WDR, Stadtmagazinen, Musikagenturen. Auslandsjahr in London. Magisterarbeit zum Thema „Die Anglisierung der deutschen Zigarettenwerbung“ inklusive Feldforschung beim Marlboro Abenteuer Team in Utah/USA, wo ich viel fürs Leben lernte: „If horses were meant to be ridden, they’d be born with a saddle on!“

 

Die 00er …

 

Übersetzerin von englischen Werbetexten vom Geländewagen bis zum Rasierwasser. Redaktionsleitung eines Stadtmagazins und konsequente Desillusionierung von Praktikantinnen, die „was mit Medien“ machen wollten, stattdessen aber nur „was mit Nikotin, viel Nikotin“ vorfanden.

 

Anruf in der Harald Schmidt Show Redaktion: „Ich glaub‘ ich bin lustig!“

Antwort: „Das glauben wir allerdings auch.“. Anschließend mehrjährige Laufbahn als Gag-Lieferantin für 7 Tage 7 Köpfe, Anke Late Night (Anke Engelke), Hapes halbe Stunde (Hape Kerkeling) TV Total (Stefan Raab), Was guckst du (Kaya Yanar) Bühnenprogramme von Hape Kerkeling, Atze Schröder und vielen anderen unter ständiger Geheimhaltung der Tatsache, dass es sich bei allen Texten nur um Varianten einer Fips-Asmussen-Kassette handelte („Herr im Hemd noch mal, da tanzen die Lachmuskeln aber wieder Samba, mein lieber Herr Scholli!“).

 

Zwei mal Mutter geworden, seither glühende Verfechteirn des Home-Office-Daseins, weil 1. „Nix mit Menschen!“, 2. „Schlafen, wenn andere arbeiten!“ und andersrum.

 

Die 10er …

 

Rumtreiberei auf Lesebühnen und Entdeckung der Vorliebe für Texte über Eltern, Pädagogen und andere Erziehungsversager.

 

2016 erstes Buch und Bühnenprogramm „Kinder sind ein Geschenk* aber ein Wellness-Gutschein hätt’s auch getan“ (Lappan).

Danach viele Sponsoring-Anfragen von Beruhigungsmittelherstellern.

 

2019 zweites Buch „Älterwerden ist voll sexy, man stöhnt“ mehr (Goldmann) und Bühnenprogramm „Alter, was willst du von mir?“.

Seither erschreckend viele Anfragen von Sanitätshäusern; Pressebereichte, in denen das Wort „erfrischend“ vorkommt und in denen der Untertitel „Komik zwischen G-String und Gleitsicht“ in einer Fußnote erklärt wird: G-String = Tanga. Und bei Autorgrammwünschen gehören „Guntmar“ und „Irmgut“ inzwischen zu den moderneren Vornamen.

 

Die 20er …

 

Haben sicher noch viel Spannendes zu bieten. Ich lehne mich zurück und sortiere Optionen: Soll ich als Ghostwriterin die Biographie von Jürgen Drews schreiben, „Der Sänger im Roggen“? Vielleicht „50 Shades of Grey“ als Seniorenversion unter dem Titel „Der Herr der Inge“ rausbringen? Fürs ZDF einen Mehrteiler schreiben „Bündelböhnchen auf Schloss Gymnich“ oder doch lieber ein Kinderbuch: „Conni kocht Crystal Meth“?

 

Eins ist sicher: Es bleibt schön. Alle sind nett zu mir. Ich werde auf der Straße immer öfter erkannt. Meist begleitet von dem Satz: „Moment mal …. haben SIE nicht am Sonntag vergessen, Ihre Schwarzwälder-Kirsch zu bezahlen?“ Aber man muss ja dankbar bleiben – auch für Kleinigkeiten.

 

Macht’s gut, und danke für das Gemüse.

 

Foto: Olli Haas

 

 

 

 

 

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© Sabine Bode